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Weiteres aus der Entwicklungsgeschichte der Kirche

 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

 

4. Das Sterberegister.

Aus der Zeit des Herrn Pfarrer Ritter fehlt hier noch ein Sterbeverzeichnis. In jener Zeit wurden die Toten sogleich in der ersten Stunde ihres Verscheidens beerdigt. Deshalb erschien im Jahre 1572 eine Verordnung „unserer Gnädigen Herren“, das des Generalkapitels zu Sissach zu Handen der Geistlichen und weltlichen, dass Niemand „einen verschiedenen Menschen vor 12 Stunden soll lassen begraben“, und dass es eine grosse Unmenschlichkeit der Leute sei, „die die Verstorbenen nach ihrem Abschied nit ¼ Stund länger mögen beherbergen, also dass Menger so lang möchte in einer Ohnmacht liegen, und wieder mag zu im selber kommen, und hat so müsse im Grab sterben- Exempel davon sind vorhanden gsin.“

Deshalb wurde befohlen, „dass kein Kilchherr mehr bewillige den verschiedenen Menschen“ sofort zu beerdigen, sondern er soll wenigstens zwölf Stunden liegen bleiben. Sobald aber ein Mensch verstorben soll der Tod sofort dem Kilchendiener angezeigt werden, „dass er sich uf die Lichpredigt könn rüsten.“ (Kilchenbuch pag. 225)

Ein sterberegister findet sich in hier erst vom Jahre 1628 an. Es wurde angefangen unter Parrer Markus Cellarius. Die erste verzeichnete Leiche ist Herr Landvogt Senn auf Homburg, und eingeschrieben wie folgt: „Den 9. Sept. und innert 14 Tagen ist durch sonderbare Straf und Schickung Gottes die Plag der Pestilenz hier eingerissen, und sonderlich ist der Landvogt Senn, samt seinem Eheweib und fünf Kindern hieran geschwind verstorben, innert 10 Tagen.“

Anno 1629 heisst`s: „hat uns unser Gott weiter heimgesucht mit dieser Ruthen, also dass vom 21. März bis und mit dem 04. Nov. Bei 82 Personen, Jung und Alt, Mann und Weib gestorben sind“- unter denselben auch des Pfarrers Weib und Kind.

Anno 1630 „ist in dieser unserer Gemeinde gar kein Mensch, weder jung noch alt gestorben und begraben worden. Psalm 118: Dies aber ist von Gott geschehen, der es also geordnet hat, das wir nit sterben, sondern läben und rühmen sollen Gottes Wundertat. Amen“ (Altes Kirchenbuch pag. 241.)

Anno 1634: „Als aus sonderbarer Schickung Gottes ist, neben andern Strafen des leidigen Kriegs und Teuerung, auch die Sucht der Pestilenz hin und wieder zu Stadt und Land eingerissen, um unserer Sünden willen, und sind im Dez. hierzu Läufelfingen verstorben 8 Personen.“

Im Januar 1635 starben ebenfalls noch mehrere (vergleiche altes Sterberegister pag 243).

 
 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

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