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Weiteres aus der Entwicklungsgeschichte der Kirche

 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

 

1. Das Pfarrarchiv.

Der noch wohl erhaltene Kasten desselben trägt (eingelegt) die Jahreszahl 1616. Nach dem schon oben erwähnten Jahrzeitenbuch (Stiftungen von Seelenmessen, etc.), welches bis 1482 zurückreicht, ist das von Pfarrer Ritter im Jahre 1566 angelegte Kirchenbuch die älteste Schrift des Archivs. Er hatte es selbst gekauft, und „zu Nutz allen künftigen Predigern zum Pfrundhaus und Kilchen verehret und geschenkt, darin zu verzeichnen mit Fleiss etliche Stück, so der nachfolgende Inhalt ausweist.“

Der Deckel des Buchs hat inwendig die bekannten drei lateinischen VVV (via-veritas-vita,):

der Weg, die Wahrheit und das Leben, mit dem Motto: „Einen anderen Grund mag dann Niemand legen, ausser dem, der da gleit ist welcher Jesus Christus“.

Dieses Kirchenbuch hat verschiedene Rubriken. Nach einem lateinischen Gedichte von Ritter ist verzeichnet, was zur Pfrund Läufelfingen gehörte an Zehnten und Einkommen aller Art, und was an der Kirche und dem Pfarr- und Siegristenhaus gebaut worden. Darauf folgen das Taufregister, das Eheregister, ein Zehntenverlehnungsrodel und eine Kirchenordnung. Das im gleichen Bande angefangene Sterberegister wurde nicht vom Pfarrer Ritter begonnen. Auf dieses alte Kirchenbuch, welches bis 1656 reicht, folgt ein zweites, das die Zivilstandsregister bis 1800 fortführt, und zugleich von 1748 an ein Verzeichnis der Konfirmanden enthält. Letzteres wurde zwar schon früher angefangen, es finden sich aber nur die Jahrgänge 1711 bis 1713 verzeichnet.

Die Buchführung war natürlich anfangs sehr mangelhaft und verbesserte sich erst, als dieselbe von den Behörden geregelt wurde. Dies geschah wahrscheinlich zum ersten Male 1738, indem laut Taufbuch II (Titelblatt) eine Ratserkenntnis vom 10. Mai anordnet wie folgt: „Solle durch virum venerandum (einem Ehrenmann) Herrn Anstititem an die Herren Decanos, dass sämtliche Herren Prediger nicht nur diesmalen, sondern alle Jahre ihren Tauf-, Toten- und Kopulationsbücher auf die Kapitel bringen und dem Kapitelo zur Einsicht vorlegen, und wann sie nicht kommen können, einsenden.“

Neben einer Menge von kirchlichen Korrespondenzen, obrigkeitlichen Verordnungen, Zehntrödeln und Kirchenrechnungen ist auch eine Chronik des Gotteshauses vorhanden, welche 1741 von Pfarrer Bleienstein angefangen und bis in die Gegenwart fortgeführt ist. Darin sind besonders alle einigermassen wichtigen Eingriffe, die mit der Kirche zusammenhingen, verzeichnet, aber auch viele Notizen aus ganz weltlichem Gebiete, wie z.b. ein Verzeichnis der hiesigen Sonnenwirte. Schliesslich ist noch, nebst der Fortsetzungen der Tauf-, Trau- und Sterberegister bis zur Gegenwart, das mit dem Jahre 1851 beginnende und vom Staate angeordnete Familienregister zu erwähnen. Schon früher war ein solches durch Herrn Pfarrer Niklaus Respinger (1706- 1708) angelegt worden.

 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

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