Hesch gwüsst ...?
 

Weiteres aus der Entwicklungsgeschichte der Kirche

 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

 

8. Kirchengesang

Der allgemeine Kirchengesang kam erst in der Reformationszeit in Gebrauch. Wusteisen erzählt (Chr. Pag 554): „Auf Laurent (1526), fingen die Reformierten Religionsverwandten an, in St. Martins Pfarrkirchen deutsche Psalmen zu singen. Dann ob man wohl hiervor zu Ostern in etlichen Kirchen solches fürgenommen, also dass viel Leuten vor Freuden die Augen überschossen.“ ec.

Früher wurde auch hier der Kirchengesang mit Posaunen begleitet. Schon 1731 wird in hiessigem Taufbuch ein Hans Wagner der „Posauner“ gennant. Doch schienen diese Posauner nicht beständig angestellt gewesen, und ihre Begleitung des Gesanges für nicht unentbehrlich gehalten worden zu sein. Herr Pfarrer Bleistein schreibt in der Chronik des Gotteshauses (1755) folgendes:

„In diesem Jahr sind auf Gutheissen und Begehren des Herrn Landvogt Beck zwei Posauner in der Kirche wieder angenommen worden, Hans Rudi Gysin und Hans Joggi Wagner, denen der Herr Landvogt aus dem Seinigen jährlich zusammen 1 Bierzel Korn, ich aber aus dem Kilchensäckli jährlich einen Gulden zum Lohn versprochen. Solches aber hat nur 1 Jahr gewährt, und haben zu end desselben uns obige zwei Posauner wieder gesagt, wegen der Mühe des Posaunens und dem schlechten Einkommen. Ich entliess sie auch gern, weil sie im Posaunen oft falsche Töne gaben und den Gesang dadurch nur verdriesslich fiel.“

Später wurde der Gesang anstatt der Posaunen mit einer Schalmei (Klarinette) begleitet. Der letzte Vorspieler war Heini Kohler, ein Blinder.

Auf Pfingsten 1769 wurde, anstatt der Lobwasser`schen Psalmen, das alte baslerische Gesangsbüchlein hier eingeführt, und aus dem Armensäckel für jedes Haus ein Gratis-Exemplar angeschafft, was für 100 Exemplare 30 Pfund kostete. Oberhalb Liestal war es bis dahin erst in Bennwil eingeführt worden. Dieses, später mit einem Anhang versehene Gesangsbüchlein, musste 1854 dem gegenwärtigen neuen Gesangsbuche für Baselstadt und Baselland weichen.
 

Heimatkunde. Beschreibende und geschichtliche Darstellung der Gemeinde Läufelfingen. 1865 von Lehrer H. Buser

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